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Zinsen

Captain Kohle erklärt Zinsen: was sie sind, wozu sie dienen und wie sie sich auswirken und wie hoch sie sind.

Was sind Zinsen?

Unter Zinsen versteht man den Preis dafür, jemand anderem zeitweise Geld zu leihen. Die Höhe von Zinsen wird in der Regel als Prozent pro Jahr der Laufzeit ausgedrückt.

Warum gibt es Zinsen?

Geld hat nicht nur einen momentanen Wert (also was man dafür kaufen kann) - es hat auch einen Nutzwert über die Zeit. Wer Geld hat, kann davon z.B. Land kaufen und darauf Landwirtschaft betreiben, oder ein Haus, in dem er wohnen oder das er vermieten kann.

Wer das Geld verleiht, verleiht auch die Möglichkeit, diesen Ertrag zu erwirtschaften.

Außerdem erwartet er auch eine Entschädigung dafür, dass Geld nach der Rückgabe wegen der Inflation weniger wert ist als vor dem Verleihen.

Wie hoch sind Zinsen?

In der Regel so hoch, wie sich Kreditgeber und -nehmer einigen. Was dabei herauskommt, hängt von zahlreichen Faktoren ab:

  • Je höher das Risiko, dass der Schuldner das Geld nicht zurückzahlen kann, desto höhere Zinsen will der Geldgeber zum Ausgleich des Risikos haben.
  • Meist werden für länger laufende Kredite höhere Zinssätze verlangt als für kürzer laufende Kredite.
  • Banken müssen in Zinssätze eine Gewinnspanne einrechnen. Sie verlangen für Kredite höhere Zinsen als sie Sparern bezahlen, da sie Gehälter, Mieten und andere Kosten zahlen müssen und Gewinne erwirtschaften wollen.
  • In jedem Land beeinflusst die Zentralbank das allgemeine Zinsniveau. Sie versucht dabei auszubalancieren, damit Unternehmen Kredite bezahlen und investieren können, aber auch nicht sofort Geld ausgeben und die Inflation hochtreiben.

Daher gibt es in verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche Zinsen - und auch innerhalb der Länder gibt es enorme Unterschiede.

Typische Zinsen in Deutschland (März 2019)

  Typische aktuelle Zinsen für verschiedene Finanzprodukte

Girokonto, Haben                                                 0%
Tagesgelder, Festgelder                                       0,2%-0,6%
Sparkonten                                                             0,2%
Bundesanleihen                                                     0,3%
Ratenkredite                                                          4%-8%
Girokonto, Soll, innerhalb des Limits              9%-12%
Girokonto, Soll, über dem Limit                       13%-16%
Kreditkartenkredit                                               12%-20%

Da die Zinsen auf die meisten Geldanlagen (alles in der Tabelle von Tagesgeldern bis Bundesanleihen) sehr niedrig sind, zweifeln viele daran, dass Sparen überhaupt Sinn ergibt. Mehr dazu hier.

Zinseszinsen

Wenn die Zinsen auf einen Betrag sofort bei Fälligkeit bezahlt werden, ändert sich an der Höhe dieses Betrags nicht - im nächsten Jahr ist wieder der gleiche Zins fällig.

Falls die Zinsen aber nicht bezahlt werden, werden sie auf den Kreditbetrag (oder Kontostand) addiert und ab dann mitverzinst - und diese zusätzlichen Zinsen ab dem Folgejahr auch.

Im Ergebnis wird die Treppe des Darlehensbetrags mit jedem Jahr etwas steiler und die Zinslast wächst deutlich an.

Der Zinseszins ist das 8. Weltwunder.

Der Ursprung dieses Satzes ist unbekannt - er wurde schon dem Ökonomen John Maynard Keynes und Albert Einstein in den Mund gelegt, wohl zu Unrecht.

Er soll betonen, dass Zinseszinsen besonders bei langen Laufzeiten und hohen Zinssätzen zu einem sehr starken Wachstum einer Forderung führen.

Bei Bankkonten und Kreditkarten ist dieser Effekt noch einmal stärker, weil Banken hier Zinsen mehrfach jährlich berechnen. So entstehen Zinseszinsen schon innerhalb der Geschäftsjahre.

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