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Ein High-End smartphone von den zwei führenden "Premium-Marken" kann leicht über 1.000 € kosten. Schön, wenn man das auch gratis kriegen kann - oder?

Heißt Gratis-Handy wirklich gratis? Captain Kohle erklärt, was oft dahinter steckt.

Handy... wichtig, aber selten geschenkt...

Ein High-End smartphone von den zwei führenden "Premium-Marken" kann leicht über 1.000 € kosten. Schön, wenn man das auch gratis kriegen kann - oder?

Das Angebot

Die Firma mit dem blauen Logo und den vielen großen Fußnoten in der Werbung bietet an: Ein "gratis" Samsung 10+ ... bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags.

Mal durchgerechnet:

Der mit dem Handy verbundene Vertrag bietet mit mit 12 GB Datenvolumen und einer Flat in alle deutschen Netze zwar schon einiges... aber er kostet auch: gerundet 60 € monatlich im ersten Jahr und 80 € im zweiten Jahr.

Unter den Tarifdetails wird vorgerechnet: 240 € Ersparnis durch die reduzierten Monatsgebühren im ersten Jahr... Sieht ja fast so aus, als bekäme man noch was raus...

Toll - oder??

Aber rechnet man die Kosten auf die Laufzeit durch, kommt man über die zwei Jahre auf insgesamt 1.680 €.

Die Gegenrechnung

Das gleiche Handy kann man ab ca. 1.000 € ohne Vertrag kaufen - ein vergleichbarer Mobilfunkvertrag kostet im ersten Jahr gerundet 20 € monatlich, ab dem 2. Jahr 30 € monatlich - macht dann zusammen 600 € für zwei Jahre Daten und telefonieren.

Macht zusammen 1.600 €, also allein in den ersten zwei Jahren schon mal 80 € weniger.

Heißt für diese Zahlen:

So sieht's aus: das Gratis-Smartphone ist ein Einhorn. Nett, aber nicht echt...

Ist nicht wirklich so toll - schon in diesen zwei Jahren zahlt man für das "gratis"-Handy mehr als bei einem Kauf und einem getrennten Vertragsabschluss.

"Gratis" sieht so aus, als mache man ein besonders günstiges Geschäft. Das stimmt hier schon mal nicht.

Und sonst so?

Noch schlechter sieht das Geschäft nach Ablauf der 2 Jahre aus - der Vertrag kostet dann ja immer noch gerundete 80 € im Monat. Wer das Handy selbst kauft, hat dann aber auch weiterhin den billigen "nackten" Vertrag für 30 € zu zahlen.

Das tolle "Gratis-Angebot" verlockt einen also dazu, gleich nach 2 Jahren den nächsten ähnlichen Vertrag abzuschließen - während man das gekaufte Gerät noch eine weile länger nutzen kann, bis es wirklich nicht mehr gut funktioniert.

Und es versteckt die Tatsachen

  • dass man sich hier ein teures Gerät und einen recht aufwendigen Mobilfunkvertrag zulegt und bezahlt.
  • dass man sich zu hohen Zahlungen in der Zukunft verpflichtet, also Schulden macht
  • ... und dass genau solche Handyverträge gerade bei jungen Erwachsenen der Anfang der Überschuldung sind.

Und was ist die Empfehlung?

  1. Auch wenn es nervig ist: das Meer von Kleingedrucktem lesen... und mal durchrechnen.
  2. Scharf nachdenken und vergleichen: Was ginge sonst?

Was ginge denn sonst?

Wenn's ein smartphone sein soll:

Erst mal schauen, worauf es einem technisch ankommt und dann Modelle und auch mal Preise vergleichen. Einstiegsmodelle kann man schon für deutlich unter 200 € kaufen.

Für unter 300 € gibt es auch schon Geräte, die in Vergleichsportalen richtig gute Bewertungen bekommen.

Wenn man kein ausgesprochener Vieltelefonierer ist, mit 300 Minuten Gesprächszeit im Monat auskommt und meist im WLAN surft, kann man mit Tarifen um die 10 € monatlich auskommen.

Das macht dann auf 24 Monate gesehen eine Gesamtausgabe von unter 600 Euro. Auch ein ziemlicher Haufen Geld - aber eben nicht fast das Dreifache, und man kann das Gerät auch nach den zwei Jahren noch nutzen.

Captain Kohle erklärt Jugendlichen Geld und Finanzen auf einfache Weise. Wenn Dich das interessiert, kannst Du hier mehr über Captain Kohle erfahren und Dich hier über neue Artikel informieren lassen. Schaue auch mal in den shop und erfahre etwas über das Buchangebot!