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Selten waren Banken sowohl an den Börsen als auch bei den Menschen so unbeliebt wie heute. Wie sah das mal früher aus - und in der Gegenwart: warum sind Banken so unbeliebt?

Selten waren Banken sowohl an den Börsen als auch bei den Menschen so unbeliebt wie heute. Wie sah das mal früher aus - und in der Gegenwart: warum sind Banken so unbeliebt? Captain Kohle erklärt.

Was machen Banken eigentlich?

Groß und arrogant - das Image der Banken

Die Frage klingt komisch - aber es ist ein ganzer Haufen verschiedener Dinge. 

Es gibt einige Geschäfte, die nur Banken betreiben: 

  • Gewerbsmäßig (also profimäßig, in großem Umfang und an Privatkunden) Kredite vergeben
  • Spar- und andere Kontoguthaben von Kunden annehmen
  • und bestimmte Arten von Wertpapier- und Börsengeschäften.

Dazu kommt aber ein Haufen anderer Angebote, die auch andere können:

Banken

  • wickeln Zahlungsverkehr ab
  • vermieten Schließfächer
  • kaufen und verkaufen Fremdwährungen
  • kaufen und verkaufen Edelmetalle
  • helfen bei Vermögensverwaltung

und vieles mehr.

Sie sind aber nicht mehr die einzigen, die das tun. Vieles davon wird auch durch Apps und Online-Portale angeboten. 

Ein großes Geschäftsfeld von Banken, das man als Privatperson kaum kennt, ist das Investmentbanking.

Das ist die spezialisierte Beratung von Firmen bei größeren Finanzgeschäften: Firmenkäufe und -zusammenschlüsse - sowie die meisten Geschäfte, die größere Unternehmen an der Börse machen. 

Dabei geht um sehr große Summen: Eine erfolgreiche Bank kann mit diesen Geschäften mehr verdienen als mit allen vorher genannten, "traditionellen" Geschäften.

Welchen Ruf hatten Banken früher?

Richtige Publikumslieblinge waren Banken nie. 

Sie waren lange Zeit gut verdienende Unternehmen mit relativ sicheren und gut bezahlten Jobs.

Die drei größten privaten deutschen Banken galten als gute Geldanlage. Ihre Aktien waren so viel wert, dass sie zu den wertvollsten deutschen Unternehmen zählten.

Wenn man sie kritisierte, dann am ehesten, weil man Zinsen für Kredite zu hoch fand. Oder weil Banken oft Kredite verweigerten, wenn sie sie nicht sicher genug fanden.

Eine weitere Kritik war, dass große Banken an vielen anderen Firmen beteiligt waren. Es gab komplizierte Diagramme, die zeigten, wie viele Firmen direkt oder indirekt Banken gehörten.

Das nannte man oft die "Deutschland AG".

Insgesamt galten Banken aber als zuverlässig, wenn auch eher langweilig.

Einen ähnlichen Ruf hatten ihre Mitarbeiter:

Ihr Geschäft drehte sich um Geld und Zahlen - in einer Zeit mit den meisten Jobs in Landwirtschaft und industrieller Produktion war das ungewöhnlich. 

Ihre Mitarbeiter waren schicker gekleidet als die meisten, noch körperlich arbeitenden Menschen. Oft galten sie als etwas hochnäsig.

Ihre Jobs waren sicher, wenn auch oft etwas langweilig. 

Aber auch die Kunden waren recht träge: wer einmal Kunde bei einer Bank war, blieb meist ein Leben lang bei ihr.

Was hat sich geändert?

Seit den 1980er Jahren sind einige Entwicklungen zusammengekommen:

  • Das Investmentgeschäft hat gegenüber dem "traditionellen" Bankgeschäft an Bedeutung gewonnen. Es kann bei Erfolg sehr profitabel sein, kann aber auch große Verluste bringen.
  • Durch Geldautomaten und Onlinebanking ist der persönliche Kontakt zu vielen Kunden verloren gegangen.
  • Kunden vergleichen häufiger Preise verschiedener Banken und wechseln.
  • Seit einigen Jahren sind die Zinsen insgesamt sehr niedrig. Es wird für Banken also schwieriger, mit Krediten Geld zu verdienen.

Deswegen verdienen Banken insgesamt weniger Geld - und beschäftigen auch weniger Mitarbeiter. 

Die Aktienkurse der meisten deutschen Banken liegen weit unter ihren früheren Höchstständen. Nur noch die Deutsche Bank AG ist im DAX übrig geblieben.

Die Jobsicherheit ist schon lange verloren gegangen.

Inzwischen gibt es auch sonst viele Dienstleistungs-Jobs ohne schwere körperliche Arbeit. Das "Besondere" ist also verloren gegangen.

Und deshalb drängen sich auch nicht mehr ganz so viele Jugendliche um eine Ausbildung dort. 

Warum sind Banken so unbeliebt?

Auch das hat nicht nur einen Grund, sondern mehrere.

Lange kümmerten sich große Banken lieber um das profitable Geschäft mit dem Investmentbanking als um ihre "normalen" Kunden. 

Sie bezahlten Spitzengehälter für Spezialisten in diesem Geschäft - auch wenn es den Banken sonst schlecht ging. Manchmal auch, wenn einige Geschäfte, die sie machten, böse Folgen für die Banken hatten.

Besonders hässlich sah das in der großen Finanzkrise vor etwa 12 Jahren aus: in dieser Zeit musste die Bundesregierung Banken retten, die sonst fast pleite gegangen wären. Trotzdem bekamen einige der Manager und Investment-Banker weiterhin sehr hohe Gehälter.

Dann kam immer wieder heraus, dass Banken bei größeren Geschäften gegen Gesetze verstießen. Dafür wurden sie mehrfach zu millionenschweren Geldstrafen verurteilt.

Das hat den Banken ein sehr negatives Image gebracht. Sie gelten oft als geldgierig und verantwortungslos.

Das wirkt sich teilweise auch auf die "normalen" Mitarbeiter aus - die nichts mit diesen Vorgängen zu tun haben.


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Das Girokonto selbst mag bei vielen Banken noch kostenlos geführt werden. Es gilt aber als der Schlüssel zu allem, womit eine Bank dann später Geld verdienen kann:

Bei Kontoüberziehungen durch den Kunden fallen (aus Sicht der Bank) schöne Zinsen an. Gleiches gilt für Kredite, wenn der Kunde sie aus Bequemlichkeit bei derselben Bank aufnimmt.

Wenn der Kunde im Laufe der Jahre zu Geld kommt, wird er vermutlich auch sein Depot hier eröffnen und für alle Wertpapiergeschäfte Geld bezahlen.

Deshalb ist es wichtig, erst mal an die Kontoverbindung mit dem Kunden zu kommen. Nach ein paar Jahren hat man dann auch die Investition in eine solche Prämie wieder hereinverdient.

Könnte man da nicht Geld verdienen, in dem man einfach mehrere neue Konten eröffnet?

Die Einschränkungen

Auf die schlaue Idee mit dem Zusatzverdienst durch mehrfache Konten sind die Banken auch schon gekommen.

Die Prämien sind deshalb oft an mehrere Bedingungen geknüpft:

  • Einige Prämien werden nicht sofort, sondern erst nach einer Mindestdauer der Kontoverbindung bezahlt.
  • Die Prämien können an ein monatliches Mindesteinkommen gebunden sein.
  • Eine Bank verlangt, dass sie durch ihren Kontowechselservice eine Mindestzahl regelmäßiger Zahlungen mit übernimmt.

Die letzte Einschränkung ist besonders "raffiniert": Damit sind Erstkonten raus, da man ja vorher ein Konto gehabt haben muss. Und für die Anzahl regelmäßiger Zahlungsaufträge muss man eigentlich schon einen vollen eigenen Haushalt haben.

Oft werden die Prämien auch nicht wirklich als Bargeld versprochen, sondern sind Warengutscheine. Sie können dann oft nur bei bestimmten Onlineshops eingelöst werden.

Kann das für den Kunden trotzdem sinnvoll sein?

Wie gesagt: die meisten Prämien werden eher für Kontowechsler versprochen - also nicht für Schüler und Studenten, die vorher noch kein Konto haben.

Und mehrere Bankkonten gleichzeitig zum Kassieren vieler Prämien funktionieren wegen der Einschränkungen auch kaum.

Kontowechsel sind grundsätzlich einfach: die neue Bank nimmt dem Kunden viel Arbeit ab - sie kann sogar das alte Konto für einen kündigen.

Man sollte allerdings beachten, dass häufige Kontowechsel das Leben unübersichtlich machen können. Und sie können für Auskunfteien als Warnzeichen gelten, dass man weniger zuverlässig zahlt als andere mit gleich bleibenden Kontoverbindungen.

Also?

Geld verdienen mit häufigen Wechseln funktioniert kaum - und hat mehrere Nachteile. Wenn man die Bedingungen für die Prämien tatsächlich erfüllt, kann man sie als "Entscheidungshilfe" annehmen.

Das sollte man aber nur tun, wenn die neue Bank mit ihrem Angebot und ihren Preisen auch ohne die Prämie die richtige wäre.

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