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Wenig oder auch nichts zu besitzen - das kann man sich vorstellen. Mit negativen Werten ist es schwieriger. Kann man weniger als nichts haben? Captain Kohle erklärt.

Weniger als nichts haben - geht das?

Unter Besitz oder Vermögen stellt man sich oft konkrete Gegenstände vor: Häuser, Autos, Boote - und alles herunter bis zu Smartphones, Klamotten und Spielzeug. Davon kann man nur nichts, viel oder wenig haben - negativ geht nicht.

Eigentum und Besitz

Nicht alles, was Leute täglich benutzen, gehört ihnen aber wirklich. Wohnungen sind meist gemietet - und viele neue Autos gehören gar nicht wirklich den Leuten, die sie benutzen - sie sind nur geleast.

Leasing ist eine Art lang laufender Miete, für die sie jeden Monat bezahlen müssen und bei deren Ablauf sie das Auto zurückgeben müssen.

Rechtlich gehört das Auto die ganze Zeit nicht dem Benutzer, sondern der Leasingfirma. Der Besitzer (=Nutzer) ist also gar nicht der Eigentümer (=die Leasingfirma).

Vermögen und Schulden

Nur wenige können sich den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung einfach so leisten. Sie nehmen einen Kredit auf, den sie oft über mehrere Jahrzehnte abzahlen. Das kann sich lohnen, weil sie in dieser Zeit ja auch keine Miete bezahlen müssen - und weil Immobilienpreise nicht immer, aber oft steigen können.

Aber es gibt auch viele andere Dinge, für die Leute Kredit aufnehmen: gekaufte Autos oder Einrichtungsgegenstände zum Beispiel. Oft steht auch einfach das Konto im Minus, weil die Ausgaben höher waren als das Einkommen.

Diese Schulden muss man beim Vermögen natürlich berücksichtigen - und vom Gesamtwert der Sachwerte abziehen. Und dann sieht das Bild oft ganz anders aus.

Kann man weniger als nichts haben?

Wenn man den Absatz "Vermögen und Schulden" verstanden hat, wird es deutlich: Klar, wenn die Schulden höher sind als der Wert der Vermögensgegenstände, bleibt ein negativer Restwert übrig.

Rechnerisch gesehen hat man dann insgesamt weniger als nichts.

Wenn dann auch das laufende Einkommen fehlt, aus dem man seine fälligen Rechnungen doch noch bezahlen kann, gilt man als überschuldet.

Kommt das oft vor?

Leider ja: In Deutschland ist etwa jeder zehnte Erwachsene überschuldet. Das ist einer der Gründe, warum es Captain Kohle gibt und er das Thema auch schon bei Jugendlichen anspricht.

Captain Kohle erklärt Jugendlichen Geld und Finanzen auf einfache Weise. Wenn Dich das interessiert, kannst Du hier mehr über Captain Kohle erfahren und Dich hier über neue Artikel informieren lassen. Und im Shop findest Du das aktuelle Buchangebot.

Gewinner beim Planspiel ist, wer am Ende der Zeit die höchste Summe aus Wertpapieren und Cash hat. Verlieren kann man dagegen außer etwas "Spielgeld" nichts. Im richtigen Leben aber sind die möglichen Verluste aber echt.

Was bringen Börsenplanspiele: welchen Sinn und welche Grenzen haben sie?


"Vorne liegen" ist für viele Hauptsache.

In vielen Schulen finden sie alljährlich statt: Börsenplanspiele.

Teams von Schülern erhalten einen virtuellen Geldbetrag, den sie für einen gewissen Zeitraum durch Kauf und Verkauf von Aktien mehren sollen. Wer am Ende dieser Zeit "vorne" liegt, gewinnt.

Was lernt man dabei?

Börsenplanspiele sind "learning by doing":

Man lernt die Auswahl geeigneter Aktien, oft auch recht lebensechte Eingaben von Aufträgen in Onlineformulare - mit den entsprechenden Limits. Und zwar, indem man sie macht.

Viele beschäftigen sich dabei auch das erste Mal mit Informationsquellen zu Finanzen: Apps und Artikel, in denen über Aktien diskutiert wird und in denen man sich Meinungen anschaut.

Man erlebt die Spannung, die Folgen der eigenen Entscheidung zu sehen - und dann weitere Entscheidungen treffen zu müssen: Bleibe ich in dieser Aktie - oder verkaufe ich?

Meist nehmen Schüler nicht einzeln teil, sondern als Teams. Das hat den Vorteil, dass man weniger "aus dem Bauch" entscheidet, sondern diskutiert:

Warum finde ich, dass wir diese Aktie kaufen, verkaufen oder behalten sollten? Wie können wir von Trend A oder B am besten profitieren? Wie wollen wir die Anlage auf verschiedene Werte aufteilen - und wo Schwerpunkte setzen?

Auch das Einigen auf eine gemeinsame Linie ist ein Erfolg.

Was dazugehört

Um einigermaßen erfolgreich teilnehmen zu können, sollte man bereits vorher grundsätzlich etwas über Aktienauswahl und -analyse gelernt haben.

Einige Schüler holen sich das in ihrer Freizeit vorher außerhalb der Schule. Andere lernen es schnell, wenn sie in einem Planspiel "ins kalte Wasser" geworfen werden und sich dann damit beschäftigen.

Viele brauchen aber auch vorher eine Einführung zu dem Thema - damit das Planpiel nicht für viele zum frustrierenden blinden Tippen wird.

Deutschland ist immer noch ein Land, in dem nur sehr wenige Menschen ihr Geld in Aktien anlegen - und wenige Eltern ihre Kinder darauf vorbereiten.

Deshalb sollten Börsenplanspiele nicht ohne Vorbereitung im Unterricht stattfinden.

Und Planspiele sollten auch unter realistischen Bedingungen laufen:

Bei Käufen und Verkäufen sollten marktübliche Kosten berechnet werden. "Hin und Her macht Taschen leer" heißt es ja. Auch wenn Onlinebanking Börsengeschäfte billiger macht - Kosten verursachen sie schon.

Was sie oft nicht bringen

Gewinner beim Planspiel ist, wer am Ende der Zeit die höchste Summe aus Wertpapieren und Cash hat. Verlieren kann man dagegen nichts.

Wenn man bei einer großen Teilnehmerzahl auf einen der ersten Plätze will, fährt man also mit hohem Risiko am besten. Man sucht sich Aktien mit hohen Kursschwankungen aus. Und man hält die Zahl der Aktien gering, um möglichst weit weg vom Feld der Teilnehmer zu kommen.

Dann spielt allerdings reines Glück eine große Rolle.

So sollte man echtes Geld im richtigen Leben aber nicht anlegen. Dort sind die möglichen Verluste ja echt. Und da spielen auch Sicherheitsgedanken eine Rolle, die einem beim Planspiel nur im Wege wären.

Und man lernt auch nicht die Geduld, die manche eher langfristigen Anlagen brauchen, bis sie aufgehen.

Also alles Quatsch?

Absolut nicht.

Man sollte sich klar sein, dass "vorne liegen" zwar ein schöner Erfolg ist, dass die erfolgreiche langfristige Geldanlage in Aktien für die meisten aber völlig anders funktioniert.

Dazu gern mehr in einem weiteren Beitrag...

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Für viele Werte gibt es unterschiedliche Messmethoden oder Angaben: Einige zählen dabei bestimmte Werte mit (brutto), andere dagegen nicht (netto). Captain Kohle zeigt das an einigen Beispielen.

Was bedeuten brutto und netto? Was sind die Unterschiede? Und wie merke ich mir das am besten? Und wie wirkt sich das aus? Captain Kohle erklärt.

Kurz bevor Angela Merkel Kanzlerin wurde, hatte ihr Vorgänger Gerhard Schröder gut lachen: Seine politische Gegnerin Frau Merkel hatte sich in einer Rede vertan und Brutto und Netto durcheinandergebracht. Darüber machte er sich ausgiebig lustig.

Worum geht es dabei eigentlich?

Was bedeuten brutto und netto?

Ganz einfach: für verschiedene Werte gibt es unterschiedliche Meßmethoden oder Angaben: Manchmal werden bei vergleichbaren Dingen einige Bestandteile mitgezählt, manchmal aber auch nicht.

Als Brutto bezeichnet man dann den höheren Wert, in dem "alles" mitgezählt wird, als Netto den kleineren Wert.

Und wie merkt man sich das am besten? Ganz einfach:

"Brutto" ist meist der größere Wert - hat ja auch einen Buchstaben mehr als "Netto".

Brutto- und Nettopreise

In Deutschland müssen Unternehmen die Preise für Endverbraucher immer einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer angeben:

Man zahlt an der Kasse genau den genannten Preis, weil er die Mehrwertsteuer schon enthält. (In den USA ist das anders: da steht der Nettopreis in der Werbung und auf dem Produkt - an der Kasse muss man aber zusätzlich die "Sales Tax" zahlen).

Firmen untereinander tun das nicht - sie vereinbaren miteinander die Nettopreise - also die Preise ohne die Mehrwertsteuer. Sie wissen dann selbst, dass sie die Mehrwertsteuer dazurechnen müssen.

Die Preise ohne Mehrwertsteuer versteht man also als Nettopreise, die einschließlich der Mehrwertsteuer als Bruttopreise.

Brutto- und Nettolöhne und -gehälter

Wenn sich eine Firma und ein Arbeitnehmer auf ein Gehalt einigen, ist das in aller Regel das Bruttogehalt.

Was man brutto verdient und was man ausgeben kann, sind völlig unterschiedliche Dinge
Bildquelle: Image by analogicus on Pixabay

Leider bekommt der Arbeitnehmer nicht annähernd diesen Betrag ausgezahlt:

Das Unternehmen erstellt eine Gehaltsabrechnung.

Darin berechnet es genau, wie viel von diesem Gehalt für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung und für die Lohnsteuer abgeht. Es überweist nur den Rest an den Arbeitnehmer.

Dieser Rest ist das sogenannte Nettogehalt. Die Höhe der Abzüge hängt von vielen Faktoren ab (Einkommenshöhe, Wahl der Krankenversicherung, Familienstand und Zahl der Kinder).

Und so fallen diese Abzüge auch sehr unterschiedlich aus und können bis zur Hälfte ausmachen. Man kann sich das im Internet auf sogenannten "Brutto-Netto-Rechnern" mal mit verschiedenen Varianten durchrechnen.

Brutto- und Nettokapitalerträge

Hier unterscheidet man oft zwischen Brutto- und Nettorenditen (Rendite = jährlicher Ertrag geteilt durch das eingesetzte Geld).

Hier besteht die Differenz von Brutto und Netto in anfallenden Kosten (Verwaltungsgebühren etc.) und Steuern, die auf diese Erträge anfallen können.

Brutto- und Nettomieten

Auch Mieten für Wohnungen und Häuser unterscheidet man zwischen Brutto und Netto:

Netto ist die reine Zahlung, die der Vermieter für die Bereitstellung des Hauses oder der Wohnung bekommt.

Der Mieter muss jedoch zusätzlich Geld für Wasser, Treppenhausreinigung, Hausverwaltung, Müllentsorgung und andere Betriebskosten bezahlen... was sich dann zur Bruttomiete addiert.

Hier wird es ein bisschen kompliziert:

Oft streiten sich Vermieter und Mieter darüber, was ein Vermieter dem Mieter an Kosten berechnen darf.

Manchmal gibt es auch Dinge wie eine "Bruttokaltmiete", die zwar fast alle möglichen anderen Positionen enthält - nicht aber die Heizungskosten.

Brutto- und Nettomaße

Bei Volumen und Flächen unterscheidet man oft zwischen den äußeren Abmessungen und den Innenmaßen (z.B. ohne Innenwände), bei Fahrzeugen zwischen dem Gesamtgewicht und dem, was sie unbeladen wiegen...

Das Prinzip ist das Gleiche.

Die Auswirkungen

Diese Liste ist nicht vollständig - sie erläutert das Prinzip aber ganz gut. Wichtig ist, bei Zahlenangaben immer auch zu verstehen, wie diese Werte gemeint sind.

Sonst passen eventuell Möbel nicht in Wohnungen oder Lasten nicht in Fahrzeuge.

Bei Finanzen kann es richtig unangenehm werden:

Bei einem Monatsgehalt von 3.000 € klingen 1.000 € Monatsmiete ja leicht machbar: auf den ersten Blick sieht das nach 2.000 € Rest zum Leben aus.

Wenn man das Prinzip von Brutto und Netto verstanden hat und die richtigen Fragen stellt, merkt man aber schnell:

  • Von 3.000 € Bruttogehalt werden nach den Abzügen etwa 2.000 € netto ausgezahlt.
  • Zur Nettomiete von 1.000 € kommen oft noch 300 € an Betriebskosten und Heizung hinzu.

... und schon bleiben nicht mehr 2.000 €, sondern nur noch 700 € für den sonstigen Lebensunterhalt übrig.

Alles klar?

Das würde mich überraschen!

Das Grundprinzip von Brutto und Netto ist ja leicht zu verstehen - in vielen Fällen muss man aber wirklich genau klären, was die Unterschiede zwischen Brutto und Netto ausmacht:

Welche Positionen genau liegen zwischen Brutto und Netto? Enthält in diesem konkreten Fall das "Brutto" wirklich alles? Muss man nicht auch noch vom "Netto" doch noch irgendetwas abziehen?

Es ist absolut keine Schande, das zu fragen!

Mache ich auch gerne! Und gerade die, die mit den Brutto- und Nettobegriffen am sichersten herumwerfen, müssen dann oft selbst nachfragen gehen.

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Captain Kohle erklärt einfach Aktien und Aktienbörsen

Captain Kohle erklärt Aktien: was sind, sie wozu gibt es sie und wie funktionieren sie als Geldanlage?

Bulle und Bär - Symbole für die Aufs und Abs am Aktienmarkt

In fast jeder Jahrgangsstufe gibt es Leute, die sich für Aktien interessieren - die meisten allerdings eher kaum. Viele verbinden Aktien mit hohem Risiko - und einige Eltern murmeln nur "Neuer Markt" oder "Telekom-Aktie" und klinken sich bei dem Thema aus.

Dieser Artikel gibt mal einen kurzen Überblick darüber.

Was sind Aktien?

Aktien sind kleine Beteiligungen an Unternehmen, die man an Börsen handeln kann. Wer eine Aktie an einem Unternehmen kauft, leiht der Firma kein Geld, sondern wird ein Miteigentümer des Unternehmens.

Warum gibt es Aktien?

Die meisten kleineren Firmen gehören einer einzelnen Person oder einer kleinen Anzahl von Personen. Diese Eigentümer sind oft fest mit ihrer Firma verbunden und arbeiten in ihr. Also wird eine solche Firma nur selten verkauft - und wenn, dann gleich als Ganzes.

Viele Firmen wachsen allerdings so stark, dass sie ihre Erweiterungen nicht allein mit dem Gewinn bezahlen können, den sie machen. Sie müssen dann entweder viel Geld borgen - oder neue Miteigentümer ins Unternehmen holen, die das Geld für dieses Wachstum mitbringen.

Und das sind eben nicht immer Personen, die selbst im Unternehmen mitarbeiten möchten. Oft sind es andere Unternehmen oder Privatleute, die nur eine gute Geldanlage suchen und sich nicht lange ans Unternehmen binden wollen.

Deshalb wechseln Unternehmen in dieser Phase oft die Rechtsform, werden zur Aktiengesellschaft, so dass jeder der bisherigen Teilhaber eine bestimmte Anzahl Aktien bekommt.

Auch Dritte, die mit diesem Unternehmen sonst nichts zu tun haben, können die Anteile an diesem Unternehmen kaufen - die Märkte für diese Aktien heißen Börsen (oder genauer gesagt, Wertpapierbörsen).

Und was hat man davon, Aktien zu kaufen?

Während man Geld verleiht, um Zinsen zu bekommen, kauft man Aktien, um am Gewinn eines Unternehmens teilzuhaben.

Ein gut geführtes Unternehmen erwirtschaftet Gewinne, die mit der Zeit steigen sollten - einen Teil dieser Gewinne zahlt es an seine Aktionäre aus (diese Auszahlung nennt man Dividende), den Rest investiert das Unternehmen in die spätere Steigerung seiner Gewinne.

Und wenn ein Unternehmen seine Gewinne mit der Zeit steigern kann, steigt auch der Wert der Aktien selbst - man kann sie also später mit Gewinn wieder verkaufen.

Und was ist, wenn das Unternehmen keinen Gewinn macht?

Das kann auch vorkommen. Die Gewinne von Unternehmen können zurückgehen, völlig ausbleiben oder das Unternehmen kann Verluste erwirtschaften.

In diesen Fällen sind Aktien dann weniger interessant für Investoren - und ihre Kurs fällt dann meistens. Das kann so weit gehen, dass das Unternehmen pleite geht (hier erklärt). Die Aktien sind dann fast oder völlig wertlos.

Ist eine Aktie also eine sehr riskante Geldanlage?

Anders als bei einem Konto hat man keinen Anspruch auf einen bestimmten Geldbetrag. Man kauft einen Firmenanteil, der im Wert sehr stark steigen oder sinken kann. Das ist ein großes Risiko.

Man kann allerdings einiges tun, um das Risiko zu begrenzen:

  • Aktien von ausgewählten, gleichmäßig wachsenden Firmen kaufen
  • Das Risiko streuen, indem man Aktien von mehreren verschiedenen Firmen kauft
  • Nicht selbst Aktien kaufen, sondern Anteile an Fonds, die dann viele veschiedene Aktien zusammenstellen.

Und was macht die Börse?

An dieser Börse treffen die Kauf- und Verkaufsaufträge (Orders genannt) von Interessenten und verkaufswilligen Eigentümern zusammen. Beide können genau angeben, bis zu welchem Preis sie bereit sind zu kaufen - bzw. ab welchem Preis sie verkaufen wollen.

Wenn sich Kauf- und Verkaufsorders für eine bestimmte Aktie zum gleichen Preis treffen, wird der Verkauf ausgeführt - der Käufer erhält seine Aktien, der Verkäufer sein Geld. Diese Übertragungen laufen vollautomatisch über die Börse und die Banken.

Für die Vermittlung dieser Geschäfte bekommt die Börse einen kleinen Anteil des umgesetzten Geldes als Provision.

Die Börse veröffentlicht auch die Informationen über die Kurse, die die verschiedenen Aktien erreicht haben - für diese Daten erhält sie Geld von den Medien, die sie veröffentlichen.

In Deutschland werden die Wertpapierbörsen von der Deutschen Börse AG betrieben. Das ist ein so großes Unternehmen, dass das Unternehmen selbst eine AG ist und zu den wertvollsten Firmen Deutschlands gehört.

Ein weiteres Produkt der Deutschen Börse ist die Zusammenstellung von Aktienindizes wie dem DAX.

Was ist ein Börsenindex?

Im Mittelpunkt des Finanzteils einer Zeitung:
Dax, Dow und andere Börsenindizes

Die einzelnen Aktien entwickeln sich ja täglich sehr unterschiedlich. Um diese einzelnen Bewegungen in einen Zusammenhang zu stellen, stellen Börsen eine Art Warenkorb verschiedener Aktien zusammen.

An den Veränderungen der Indizes erkennt man, ob die Börse insgesamt einen guten oder schlechten Tag hat.

Der bekannteste und wichtigste Aktienindex in Deutschland ist der Deutsche Aktienindex, auch DAX abgekürzt. Er wird von der Deutsche Börse AG erfasst und veröffentlicht; man kann den aktuellen Stand des DAX ständig während der Öffnungszeit der Börse abrufen.

Der DAX umfasst 30 der größten und wertvollsten Unternehmen Deutschlands.

Lohnen sich Aktien überhaupt?

Ob der Wert einer bestimmten Aktie steigt oder fällt, ist nicht sicher vorherzusagen. In den letzten Jahrzehnten hat es immer wieder Kursrückgänge gegeben.

Wenn man sich das allerdings langfristig anschaut, hat sich der Durchschnitt der Aktien sehr positiv entwickelt. Der DAX, der im Jahr 1988 mit dem Stand von 1.000 Punkten gestartet wurde, steht jetzt bei über 12.000 Punkten - also eine Verzwölffachung des Anfangswertes in etwas über 30 Jahren.

Das ist deutlich mehr, als man in dieser Zeit an Zinsen auf Konten bekommen hätte.

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Einfache Erklärung am Beispiel der Germania,, was eine Firmenpleite bedeutet

Was ist eine Firmenpleite, wie wirkt sie sich aus und was kann man tun, um sich als Kunde davor zu schützen? Captain Kohle erklärt...

Was genau heißt "Insolvenz" - und was bedeutet das für Kunden?

„Pleite“ zu sein, heißt normalerweise, kein Geld zu haben.

Und was hat das damit zu tun, dass wie am letzten Dienstag Menschen weinend am Flughafen sitzen, weil ihr Flugzeug nicht fliegt?

Das hat daran gelegen, dass die Fluggesellschaft Germania (und vor anderthalb Jahren die Air Berlin) „Insolvenz anmeldete“ – was soviel heißt wie pleite ging.

Es ist eigentlich ähnlich wie bei Privatpersonen: Wenn eine Firma entweder viel mehr Geld schuldet als sie Vermögensgegenstände besitzt oder aber zuwenig Geld hat, um ihre laufenden Kosten zu zahlen, hat sie ein Problem.

Sie kann ihre Lieferanten und Mitarbeiter nicht bezahlen, Steuern und andere Abgaben bleiben offen – und die Verschuldung wächst immer weiter. Wenn die Firma immer so weiter machen könnte, würden diese unbezahlten Schulden und der verursachte Schaden immer größer.

Deshalb muss eine Firma bei Erreichen der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Insolvenz anmelden. Tut sie das nicht, drohen den Geschäftsführern (oder Vorständen, wie sie bei Aktiengesellschaften heißen) hohe Strafen - und dass sie selbst mit ihrem eigenen Vermögen für die Schulden der Firma haften müssen.

Was bedeutet das dann?

Es bedeutet zunächst, dass das Amtsgericht einen Insolvenzverwalter einsetzt, der das Unternehmen zusammen mit der Geschäftsführung leitet und dafür sorgt, dass das Insolvenzverfahren sauber abläuft.

Ohne die Zustimmung dieses Verwalters darf die Firma dann niemandem mehr Geld auszahlen. Der Insolvenzverwalter achtet auch darauf, dass die Eigentümer nichts mehr aus der Firma entnehmen - und kann auch Gelder oder Gegenstände für die Firma zurückverlangen, die die Eigentümer kurz vor der Pleite entnommen haben, um sie in Sicherheit zu bringen.

Früher bedeutete ein Konkurs (so nannte man das lange Zeit), dass dieser Verwalter recht schnell das eigentliche Geschäft des Unternehmens stoppte, alle Wertgegenstände des Unternehmens verkaufte und das Geld an diejenigen verteilte, bei denen es Schulden hatte.

Meistens bekamen diese Gläubiger nur wenige Prozent ihres Geldes heraus – wenn überhaupt etwas.

Inzwischen versuchen Insolvenzverwalter oft, das Unternehmen nicht schnell zu zerschlagen, sondern es weiterzuführen, bis zum Beispiel ein neuer Eigentümer gefunden wird. So bleiben die Arbeitsplätze der Angestellten erhalten.

Für diejenigen, denen das Unternehmen schuldet, bleibt die Pleite der Firma eine schlechte Nachricht – auch wenn das Unternehmen weiterbesteht, ist ihr Geld meist verloren.

Ist das nicht ungerecht?

Eigentlich schon: Menschen bezahlen für einen Flug, eine Reise oder eine Ware, bekommen sie nicht und kriegen auch nicht ihr Geld zurück.

Bei einer Insolvenz fehlt nun mal Geld, das das Unternehmen anderen schuldet – und irgendwann muss der Schnitt gemacht werden, damit das Problem nicht immer größer wird und immer mehr andere betrifft.

Deshalb hat man sich für diese Art entschieden, mit Firmenpleiten umzugehen. Die Insolvenz kann nur versuchen, das wenige restliche Geld korrekt zu verteilen – mehr wird es davon natürlich nicht.Passiert das oft

Passiert das oft?

Ja. In Deutschland sind im Jahr 2018 19.900 Firmen in die Insolvenz gegangen. Über 80% davon waren aber sehr klein und hatten fünf Mitarbeiter oder weniger.

Manchmal trifft es aber auch große, die es in die Medien schaffen – entweder, weil viele Arbeitsplätze verlorengehen, weil der Schaden besonders groß ist – oder weil es, wie bei einer Fluglinie, viele Geschädigte gibt, die nicht verreisen können.

Kann man sich gegen Firmenpleiten schützen?

Der beste Schutz gegen Firmenpleiten ist, möglichst wenig vorauszubezahlen - dann wird man nicht direkt betroffen. Das ist nicht immer leicht - gerade bei Flugtickets bedeutet spätes Buchen ja oft hohe Preise.

Und Pleiten können ja auch in anderen Branchen passieren. Wenn immer man Gelder vorausbezahlen soll, sollte man vorher eine kleine Internetrecherche machen: Oft kann man schon erkennen, wenn ein Unternehmen finanzielle Probleme hat.

Bei der Germania wurden finanzielle Schwierigkeiten erst wenige Tage vor der Pleite erkennbar. Als 2017 die Air Berlin pleiteging, war das anders - da war schon monatelang von der schweren Krise die Rede, bevor sie dann Insolvenz anmelden musste.

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Im engen Sinne gilt ein Mensch als arm, wenn ihm die Mittel fehlen, die  er für die "Grundbedürfnisse nach Kleidung, Nahrung, Wohnung und Erhaltung des Lebens" (Quelle: Wikipedia) braucht.

Das alles kann man in Deutschland über Hartz IV bekommen. Und das ist auch weit mehr als nach Definition der Weltbank für Armut (tägliches Einkommen von umgerechnet 1,90 US $).

Also keiner arm und Thema erledigt? Nicht ganz.

Die meisten entwickelten Länder zählen anders. Sie vergleichen die Einkommen aller Bewohner miteinander, und wer weniger als 50% des mittleren Einkommens verdient, gilt als arm.

Das berücksichtigt also überhaupt nicht, was genau man sich davon leisten kann. Ein Mensch, der in Deutschland als arm gelten würde, würde mit dem selben Einkommen in Indien als reich gelten.

Danach ist Armut nicht eine Frage materieller Not, sondern der Verteilung von Einkommen.

Das entspricht nicht ganz dem Bild von hungernden Menschen, die man oft beim Begriff der Armut hat. Aber es berücksichtigt auch, dass Armut bedeuten kann, einsam zu werden, weil man für viele Aktivitäten nicht das nötige Geld hat - auch wenn sie nicht lebensnotwendig sind.

Alle diese Definitionen (absolute und relative Armut) schauen in erster Linie auf das laufende Einkommen der Menschen. Das halte ich für falsch - denn das Vermögen wird nicht ausreichend berücksichtigt.

In Zeiten niedriger Zinsen kann man auch mit Millionenbeträgen nur wenige hundert Euro Zinsen im Monat bekommen. Da die Armutsbegriffe nur das Zinseinkommen zählen, würde der Millionär ohne andere Einnahmen als "arm" gelten.

Und jeder mit hohes Einkommen gilt als wohlhabend - auch wenn das meiste für das Abzahlen hoher Schulden draufgeht.

Wenn man über Armut spricht, muss man also genau verstehen, in welchem Zusammenhang der Begriff steht.

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