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Wer sich für Finanzen interessiert, könnte sie auch zu seinem Beruf machen. Lohnt sich heute eine Banklehre? Captain Kohle erklärt...

Interesse an Finanzen?
Deshalb eine Banklehre?

Die Banklehre hat ein scharfes Auf und Ab hinter sich.

Früher mal waren Banken top beim Image und der Bezahlung - zumindest unter den kaufmännischen Berufen. Banken galten als sichere Arbeitgeber.

Es gab sogar mal eine Zeit, in der die Banklehre gern gezielt als Ergänzung zum Studium genommen wurde. Die Frage "lohnt sich eine Banklehre?" stellte sich also auch, wenn man eigentlich gar nicht dauerhaft in einer Bank arbeiten wollte.

Dann haben Bankenkrisen und der Stellenabbau dem Image und Zukunftsaussichten der Geldinstitute schwer zugesetzt.

Was lernt man da?

Die Berufsbezeichnung und -ausbildung des Bankkaufmanns (oder der -frau) ist immer noch sehr breit angelegt.

Während der Ausbildung durchläuft man - wie vor Jahrzehnten - einen Querschnitt der Abteilungen des Unternehmens. Bankschalter, Kreditabteilung, Kundenberatung - man lernt die kundenbezogenen Abteilungen und ihre Systeme und Abläufe kennen.

Teilweise auch die internen Bereiche, die für den Kunden nicht sichtbar sind.

Nach ihrer Lehre spezialisieren sich die meisten auf einen der Bereiche. Sie haben dann mehr Verantwortung, aber weniger Themenvielfalt.

Das Problem vieler Bankkaufleute

Der frühere Chef der Deutschen Bank John Cryan sagte mal:

„Wir haben in unserer Bank Menschen, die arbeiten wie Roboter.
Künftig werden wir Roboter haben, die wie Menschen arbeiten.“

Was bedeutet das?

Früher bedeutete jeder Kontakt mit einer Bank auch Kontakt mit einem Mitarbeiter. Geld abheben oder überweisen bedeutete, in die Filiale zu gehen und mit Menschen zu tun zu haben.

Diese Angestellten arbeiteten nach festen Abläufen - jeder wusste genau, was er entscheiden durfte und womit er zu seinem Chef musste. Das meinte Cryan mit dem "arbeiten wie ein Roboter".

Diese Jobs haben sich mit dem Geldautomaten und dem Telefon- und Onlinebanking stark reduziert - und das schreitet immer weiter fort. Je mehr Kunden für ihre Geschäfte keine Bankfiliale mehr brauchen, desto weniger Filialen betreiben die Banken.

Viele Bankkaufleute wechselten in andere Berufe oder in die Call-Center ihrer Banken, um dort Telefonbanking-Funktionen anzubieten. Andere spezialisierten sich auf Gebiete wie die Baufinanzierung, die vor der Automatisierung sicher schienen.

Aber auch hier werden zunehmend computerisierte Lösungen angeboten.

Viele der übriggebliebenen Jobs sind nun von der nächsten Automatisierung bedroht.

Je besser "Bots" menschliches Verhalten imitieren können, desto mehr Kunden kann man auch ganz automatisiert bedienen - teils, ohne dass sie es merken.

Das sind dann die "Roboter, die arbeiten wie Menschen".

Wie sieht der Job in einer Bank morgen aus?

Ein Mensch, der arbeitet wie ein Roboter, will man ja nicht sein. Und ein Roboter, der arbeitet wie ein Mensch, kann man nicht sein.

Erfolg haben also nicht die, die nach standardisierten Abläufen für einzelne Kunden arbeiten.

Sondern entweder die, die sich außerhalb des "Massengeschäfts" spezialisieren - oder diejenigen, die Systeme und Prozesse für alle Kunden weiterentwickeln.

Lohnt sich heute eine Banklehre?

Wenn man sie in der Erwartung macht, einen stabilen und sicheren Job zu bekommen, nein.

Auch nicht für diejenigen, die das "System Bank" kennenlernen wollen, um es dann weiterentwickeln zu können. Dafür muss man nicht zwei bis drei Jahre kreuz und quer durch die verschiedenen Bereiche einer Bank turnen.

Für sie ist es wichtiger, sich in den MINT-Fächern fit zu machen, um sich dann die Bereiche aussuchen zu können, in denen sie das Erlebnis für Kunden verbessern können.

Und viele der anderen Spezialisten, die in den Bereichen außerhalb des Massengeschäfts tätig sind, wählen den Einstieg über ein Studium.



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Laut einer neuen Studie besitzen deutsche Privathaushalte insgesamt gut 8.900 Tonnen Gold, davon etwa 4.900 Tonnen in Barren und Münzen und 4.000 Tonnen in Schmuck verarbeitet.

Das entspricht pro Kopf einer Menge von 71 Gramm in Münzen oder Barren oder 58 Gramm an verarbeitem Schmuck.

Deutsche Privathaushalte haben mehr Goldbesitz als je zuvor. Woher kommt der große deutsche Goldhaufen? Wie groß ist er wirklich? Und was bringt das? Captain Kohle erklärt.

Wie groß ist der deutsche Goldhaufen?

Barren, Münzen oder auch zu Schmuck verarbeitet: Deutsche Privatpersonen haben über 8.900 Tonnen Gold

Laut einer neuen Studie besitzen deutsche Privathaushalte insgesamt gut 8.900 Tonnen Gold, davon etwa 4.900 Tonnen in Barren und Münzen und 4.000 Tonnen in Schmuck verarbeitet.

Das entspricht pro Kopf einer Menge von 71 Gramm in Münzen oder Barren oder 58 Gramm an verarbeitem Schmuck.

Die häufigsten Goldmünzen wiegen eine Unze, das sind ca. 28,4 Gramm - wir reden über eine Durchschnittsmenge, die pro Kopf etwa viereinhalb dieser Münzen entspricht.

Mal zum Umrechnen in Geld: eine solche Münze ist zu heutigen Kursen ca. 1.140 € wert.

Warum so viel Gold?

Wenn man befürchtet, dass Geld seinen Wert durch Inflation verliert, ist es ganz sinnvoll, sein Geld in Sachwerten anzulegen.

In vielen anderen Ländern betrachten Anleger eher Unternehmen als "Sachwerte" und investieren in Aktien, um sich vor Inflation zu schützen.

Deutsche mißtrauen Aktien eher. Wenn sie ihr Geld anlegen wollen, dann lieber in Immobilien oder in Edelmetallen. Und so kommt der große deutsche Goldhaufen zustande.

Ist Gold wirklich sicher?

Gold hat tatsächlich seinen Wert noch nie völlig verloren. Goldpreise haben sich aber durchaus auch schon mal stark abwärts bewegt. Wer im Krisenjahr 2011 sein Geld sicher in Gold anlegen wollte, musste 1.370 € pro Unze dafür bezahlen. Er hat damit aus heutiger Sicht also Verlust gemacht.

Und Sicherheit bedeutet auch die Frage, wo genau der große deutsche Goldhaufen liegt: 38% derer, die ihr Geld in Gold anlegen, lagern es bei sich zu Hause. Dabei wurde leider nicht genau gefragt, ob es dort wenigstens in einem privaten Tresor gelagert wird.

Was die einen als Unanbhängigkeit von Banken sehen, ist für andere ein erhöhtes Risiko von Einbruchdiebstahl oder Raub.

Ist Gold eine gute Geldanlage?

Gold hat zwar seinen Seltenheitswert schon seit sehr langer Zeit - im Gegensatz zu anderen Anlagen wirft es aber weder Zinsen noch Dividenden ab. Langfristig ist es weniger rentabel als ein gemischtes Aktiendepot.

Einen Vorteil hat es allerdings: In Krisenzeiten, wenn Aktienkurse eher fallen, ist Gold sehr gefragt, so dass Goldpreise gerade dann eher steigen.

Aus diesem Grund legen viele Anleger nur einen kleinen Teil ihres Geldes in Gold an: es kann in schlechten Zeiten die Verluste bei Aktien etwas ausgleichen.

Nur wenige stecken einen großen Teil ihres Vermögens in Gold. Der große deutsche Goldhaufen teilt sich also in viele kleine.


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