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Geld verliert durch Inflation jährlich an Wert, so dass man sich trotz Zinsen davon weniger kaufen kann als jetzt. Ist es also dumm zu sparen?

Captain Kohle stellt die Nachteile und Vorteile, die Sparen trotz niedriger Zinsen hat.

Sparkonto oder Sparschwein - von den Zinsen fast das Gleiche

Für Guthaben auf Sparkonten gibt es nur etwa 0,25% Zinsen jährlich.

Geld verliert durch Inflation jährlich etwa anderthalb Prozent an Wert, so dass man sich trotz der Zinsen davon später weniger kaufen kann als jetzt.

Ist es also dumm, zu sparen?

Das kommt darauf an, welche Ziele man dabei hat. Wenn man auf einen bestimmten Gegenstand spart und das Geld zusammen hat, ist es natürlich besser früher zu kaufen, bevor der Preis ansteigt.

Es gibt aber immer noch mehrere Gründe, trotzdem zu sparen:

Du bekommst so Geld für Dinge zusammen, die Du Dir so nicht leisten könntest

Du erreichst Beträge, die man besser anlegen kann als auf einem Sparkonto. Sparkonten eignen sich am besten für kleinere Beträge und für kürzere Zeiträume. Ab etwa 2.000 Euro lohnen sich bessere Geldanlagen - das ist erst mal eine hohe Hürde... die man aber in ein paar Jahren schaffen kann.

Sparen vermeidet Schulden. Unter 18 kann und darf man zwar sowieso keine Schulden machen. Aber viele junge Erwachsene stolpern als erstes in Schuldenfallen, weil sie Geld ausgeben, das sie einfach nicht haben (häufiges Beispiel: teure Handyverträge).

Sparen macht unabhängiger. Die meisten Jugendlichen leben bei ihren Eltern - und manche bleiben auch danach ewig dort wohnen. Einer der Gründe dafür ist, dass eine eigene Wohnung einen Haufen Geld kostet. Klar, da sind die laufenden Kosten wie Miete, Strom, DSL-Anschluss, Heizung, die jeden Monat anfallen.

Auch der kleine Umzug in die erste Wohnung kostet einiges.

Aber es gibt eben auch einen großen Brocken, den das ganz zu Anfang auf einen Schlag kostet: die ersten eigenen Möbel, der Umzug mit den eigenen Sachen... Und der Vermieter verlangt meist nicht nur die laufende Miete, sondern eine sogenannte Mietkaution. Das ist eine Summe von meist drei Monatsmieten, die er als Sicherheit dafür haben will, dass er immer seine Miete bekommt. Die geht zwar auf ein Sparkonto und das Geld bekommt man wieder, wenn man auszieht.

Aber auch das Geld muss man erst mal haben - und zwar, bevor es mit dem Ausziehen zuhause erst mal losgeht.

Es kommt mehr zusammen. Wem schenkt man eher etwas: jemandem, der es schätzt und behält oder jemandem, bei dem alles sofort weg ist?

Und der letzte Grund, aber auch sehr wichtig:

Du gewöhnst Dich dran, regelmäßig etwas Geld übrig zu haben.

Gewohnheiten sind ziemlich mächtig, und vielen Leuten fällt es schwer, sich Dinge abzugewöhnen, die sie eigentlich falsch finden.

Zu diesen Gewohnheiten zählt auch der Umgang mit Geld. Einige Leute schaffen es immer, mit ihren Einnahmen auszukommen. Und andere "schaffen" es auch bei sehr hohem Verdienst immer wieder, am Monatsende ohne Geld dazustehen.

Das hängt davon ab, wie gut oder schlecht sie sich angewöhnt haben, mit ihrem Geld umzugehen - und auch mal Geld zurückzulegen.

Auch wenn es dabei noch nicht um Riesensummen geht - jetzt ist genau die richtige Zeit, Euch die richtigen Gewohnheiten zuzulegen!

Captain Kohle erklärt Jugendlichen Geld und Finanzen auf einfache Weise. Wenn Dich das interessiert, kannst Du hier mehr über Captain Kohle erfahren und Dich hier über neue Artikel informieren lassen. Schaue auch mal in den shop und erfahre etwas über das Buchangebot!

Einfache Erklärung am Beispiel der Germania,, was eine Firmenpleite bedeutet

Was ist eine Firmenpleite, wie wirkt sie sich aus und was kann man tun, um sich als Kunde davor zu schützen? Captain Kohle erklärt...

Was genau heißt "Insolvenz" - und was bedeutet das für Kunden?

„Pleite“ zu sein, heißt normalerweise, kein Geld zu haben.

Und was hat das damit zu tun, dass wie am letzten Dienstag Menschen weinend am Flughafen sitzen, weil ihr Flugzeug nicht fliegt?

Das hat daran gelegen, dass die Fluggesellschaft Germania (und vor anderthalb Jahren die Air Berlin) „Insolvenz anmeldete“ – was soviel heißt wie pleite ging.

Es ist eigentlich ähnlich wie bei Privatpersonen: Wenn eine Firma entweder viel mehr Geld schuldet als sie Vermögensgegenstände besitzt oder aber zuwenig Geld hat, um ihre laufenden Kosten zu zahlen, hat sie ein Problem.

Sie kann ihre Lieferanten und Mitarbeiter nicht bezahlen, Steuern und andere Abgaben bleiben offen – und die Verschuldung wächst immer weiter. Wenn die Firma immer so weiter machen könnte, würden diese unbezahlten Schulden und der verursachte Schaden immer größer.

Deshalb muss eine Firma bei Erreichen der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Insolvenz anmelden. Tut sie das nicht, drohen den Geschäftsführern (oder Vorständen, wie sie bei Aktiengesellschaften heißen) hohe Strafen - und dass sie selbst mit ihrem eigenen Vermögen für die Schulden der Firma haften müssen.

Was bedeutet das dann?

Es bedeutet zunächst, dass das Amtsgericht einen Insolvenzverwalter einsetzt, der das Unternehmen zusammen mit der Geschäftsführung leitet und dafür sorgt, dass das Insolvenzverfahren sauber abläuft.

Ohne die Zustimmung dieses Verwalters darf die Firma dann niemandem mehr Geld auszahlen. Der Insolvenzverwalter achtet auch darauf, dass die Eigentümer nichts mehr aus der Firma entnehmen - und kann auch Gelder oder Gegenstände für die Firma zurückverlangen, die die Eigentümer kurz vor der Pleite entnommen haben, um sie in Sicherheit zu bringen.

Früher bedeutete ein Konkurs (so nannte man das lange Zeit), dass dieser Verwalter recht schnell das eigentliche Geschäft des Unternehmens stoppte, alle Wertgegenstände des Unternehmens verkaufte und das Geld an diejenigen verteilte, bei denen es Schulden hatte.

Meistens bekamen diese Gläubiger nur wenige Prozent ihres Geldes heraus – wenn überhaupt etwas.

Inzwischen versuchen Insolvenzverwalter oft, das Unternehmen nicht schnell zu zerschlagen, sondern es weiterzuführen, bis zum Beispiel ein neuer Eigentümer gefunden wird. So bleiben die Arbeitsplätze der Angestellten erhalten.

Für diejenigen, denen das Unternehmen schuldet, bleibt die Pleite der Firma eine schlechte Nachricht – auch wenn das Unternehmen weiterbesteht, ist ihr Geld meist verloren.

Ist das nicht ungerecht?

Eigentlich schon: Menschen bezahlen für einen Flug, eine Reise oder eine Ware, bekommen sie nicht und kriegen auch nicht ihr Geld zurück.

Bei einer Insolvenz fehlt nun mal Geld, das das Unternehmen anderen schuldet – und irgendwann muss der Schnitt gemacht werden, damit das Problem nicht immer größer wird und immer mehr andere betrifft.

Deshalb hat man sich für diese Art entschieden, mit Firmenpleiten umzugehen. Die Insolvenz kann nur versuchen, das wenige restliche Geld korrekt zu verteilen – mehr wird es davon natürlich nicht.Passiert das oft

Passiert das oft?

Ja. In Deutschland sind im Jahr 2018 19.900 Firmen in die Insolvenz gegangen. Über 80% davon waren aber sehr klein und hatten fünf Mitarbeiter oder weniger.

Manchmal trifft es aber auch große, die es in die Medien schaffen – entweder, weil viele Arbeitsplätze verlorengehen, weil der Schaden besonders groß ist – oder weil es, wie bei einer Fluglinie, viele Geschädigte gibt, die nicht verreisen können.

Kann man sich gegen Firmenpleiten schützen?

Der beste Schutz gegen Firmenpleiten ist, möglichst wenig vorauszubezahlen - dann wird man nicht direkt betroffen. Das ist nicht immer leicht - gerade bei Flugtickets bedeutet spätes Buchen ja oft hohe Preise.

Und Pleiten können ja auch in anderen Branchen passieren. Wenn immer man Gelder vorausbezahlen soll, sollte man vorher eine kleine Internetrecherche machen: Oft kann man schon erkennen, wenn ein Unternehmen finanzielle Probleme hat.

Bei der Germania wurden finanzielle Schwierigkeiten erst wenige Tage vor der Pleite erkennbar. Als 2017 die Air Berlin pleiteging, war das anders - da war schon monatelang von der schweren Krise die Rede, bevor sie dann Insolvenz anmelden musste.

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